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Newsletter – Januar 2012
Editorial – Stilistico-Schreibreisen im Frühjahr 2012 – Aktuelle Volkshochschulkurse – Notizen des Lektors: Anredepronomen – Werkstatt für Büchergeburten – Neuerscheinungen – Ausschreibung: Hochprozentige Bargeschichten gesucht!
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Editorial
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Liebe Autorinnen und Autoren, liebe Schreibinteressierte,
sehr erfreuliche Nachrichten erreichten mich zum Jahresende: Mehr Autoren als gewöhnlich informierten mich über ihre neu erschienenen Bücher. Sie werden am Ende des Newsletters vorgestellt. Ich gratuliere allen, die es geschafft haben. Denn egal, ob das Buch in einem Publikums- oder im Selbstverlag erschienen ist, die Entscheidung, einen eigenen Text in die Öffentlichkeit zu entlassen, löst beinahe immer widersprüchliche Empfindungen aus. Der Stolz darüber, ein eigenes Buch in Händen zu halten, verbindet sich mit der Neugier auf die Reaktionen der Leser und einem Quäntchen Unsicherheit: Ist das Buch wirklich gut genug, um auf dem Markt bestehen zu können? Bei einigen Autoren und Autorinnen sind die Zweifel schon vorher so groß, dass es ihnen schwerfällt, sich von ihrem Manuskript zu trennen. Auch nach mehrfachem Überarbeiten findet sich immer noch ein Kapitel, das verbessert werden kann, eine Aussage, die nochmals überprüft, ein Sachverhalt, der nochmal recherchiert werden sollte. Ich denke, es wäre ein guter Vorsatz für 2012, wirklich abgeschlossene Manuskripte, die Sie veröffentlichen möchten, endlich auf den Weg zu Verlagen oder Agenturen zu schicken. So zielstrebig und umfänglich, wie Sie es ursprünglich geplant hatten. Seien Sie mutig, Sie haben nichts zu verlieren.
Ich drücke Ihnen die Daumen und wünsche viel Erfolg – für alle Ihre Schreibprojekte und Bücher im Jahr 2012.
Herzlichst
Ihre Isa Schikorsky
Der Stilistico-Newsletter erscheint einmal im Vierteljahr. Wenn Sie ihn regelmäßig erhalten möchten, schicken Sie mir einfach eine kurze E-Mail. Sie erreichen mich unter schikorsky@stilistico.de. |
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Stilistico-Schreibreisen im Frühjahr 2012
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Allmählich füllt sich die Teilnehmerliste für das Basisseminar literarisches Erzählen vom 23. bis 25. März in Ahrweiler, in dem Sie grundlegende Schreibtechniken kennenlernen. Sie erfinden eigene Geschichten und erfahren unter anderem, wie sie interessante Charaktere gestalten und auftreten lassen. Abends bleibt Zeit für Gespräche und den köstlichen Ahrburgunder. Kosten: 395 Euro (inklusive Übernachtung im Einzelzimmer und Vollpension). Bitte melden Sie sich bis zum 21. Februar an.
Leiden Ihre Figuren ausreichend? Ist die Erzählsprache pointiert? Funktioniert der Spannungsbogen? Diese und viele weitere Fragen diskutieren wir in der Literaturwerkstatt auf Rügen vom 4. bis 8. Juni. An den fünf Vormittagen lernen Sie außerdem Techniken des literarischen Schreibens und die Planungsschritte für umfangreichere Schreibprojekte kennen. Nachmittags und abends haben Sie Zeit zum Schreiben, für inspirierende Strandspaziergänge und Inselerkundungen. Kosten: 340 Euro. Bitte melden Sie sich bis zum 30. April an. |
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Aktuelle Volkshochschulkurse
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Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter VHS Köln und VHS Leverkusen
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Vier eigene Titel und fünf im Auftrag von Kunden habe ich in den letzten Jahren als Bücher auf Bestellung publiziert. Meine positiven Erfahrungen möchte ich an alle diejenigen weitergeben, die mit dem Gedanken spielen, ebenfalls ein Buch in Eigenregie auf den Markt zu bringen. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie in zwei Kursmodulen am Samstag, dem 11. Februar, in der VHS Leverkusen. Im ersten Modul (Nr. 20010) stehen allgemeine Aspekte im Mittelpunkt: Was versteht man unter BoD? Wie funktioniert das Verfahren? Was kostet es? Welche Vor- und Nachteile hat es? Im zweiten Modul (Nr. 20020) geht es in die Praxis. Bringen Sie Ihr Manuskript mit (auf Stick oder CD) und gestalten Sie direkt am Computer daraus ein Buch. Sie erhalten konkrete Tipps für die Umsetzung der notwendigen Arbeitsschritte. Die Module können einzeln gebucht werden.
Spannend soll ein Roman sein, geheimnisvoll und rätselhaft. Der Leser soll von immer wieder neuen Wendungen und unvorhergesehenen Ereignissen überrascht werden und das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Im Schreibworkshop Plotten an der VHS Leverkusen erfahren Sie, wie Sie zunächst eine Idee entwickeln und dann ein stabiles Handlungsgerüst bauen, das alle diese Eigenschaften vereint (21.–22. April, Nr. 20030).
Ende Januar beginnen meine Schreibwerkstätten an der VHS Köln, die vierzehntäglich am Montagabend stattfinden. Für das Autorenforum (Beginn: 30.01.; A-382250) sollten Sie sich anmelden, wenn Sie eigene Manuskripte zur Diskussion stellen möchten. In den Grundlagen des Erzählens (Beginn: 06.02.; A-282251) geht es diesmal um die Gestaltung von Raum und Zeit in Erzähltexten. Die Romanwerkstatt (Beginn: 06.02.; A-382261) widmet sich Fragen des Überarbeitens und zeigt, wie gute Texte besser werden.
An einem Wochenende erfahren Sie, wie Sie Die perfekte Szene für Romane oder Erzählungen gestalten (3.–4. März; L-382220).
Die Schreibwerkstatt online (L-382277) steht allen offen, die regelmäßig schreiben, sich die Zeiten aber frei einteilen möchten. Wir kommunizieren zumeist im virtuellen Seminarraum. Mit einem Impuls und vier Aufgaben gelangen Sie in vier Monaten zu einer Kurzgeschichte oder dem Anfang einer umfangreicheren Erzählung. Zur Einführung findet am 4. Februar (11–17 Uhr) ein Tagesseminar statt (in den Räumen der VHS in Köln-Lindenthal). |
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Notizen des Lektors: Anredepronomen
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„Bitte reichen Sie (oder sie?) mir das Brot“, sagte der Baron zu seiner Tischdame. „Kannst du (oder Du?) mir mal die Butter geben?“, sagte Karl zu Eva. – Dass die Orthografie ein weites und schwieriges Feld ist, wissen Sie sicher aus eigener Erfahrung. Zusätzlich erschwert wird das Bemühen um korrekte Schreibweisen durch die verschiedenen Reformen der Reform und die absichtlichen oder unabsichtlichen Fehler im öffentlichen Sprachgebrauch, vor allem in Werbung und Presse. Selbst auf amtlichen Straßenschildern sind falsche „Strassen“ auf dem Vormarsch. Zu den verbreiteten Problemfällen in Erzähltexten gehört die Schreibung der Anredepronomen, vor allem in Dialogen.
Im Prinzip ist es ganz einfach: Die Höflichkeitsanrede „Sie“, „Ihnen“ bzw. „Ihr“ (als Possessivpronomen) wird immer großgeschrieben, sowohl in der wörtlichen Rede als auch in Briefen. Aber natürlich nur dann, wenn Personen tatsächlich direkt angesprochen werden, z. B. in: „Wir danken Ihnen und wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr.“ Dagegen ist in einem Satz wie „Wir danken allen Lesern und wünschen ihnen ein gutes neues Jahr“ Kleinschreibung korrekt, denn das „ihnen“ bezieht sich hier auf „alle Leser“ und ist nicht als Anrede gebraucht, sondern einfach ein Pronomen in der 3. Person plural.
Ebenso eindeutig regelte die Rechtschreibnorm von 1996 die Schreibung für die Anredepronomen in der 2. Person „du“ und „ihr“ und die Possessivpronomen „dein“ und „euer“. In der Ausgabe von „Richtiges und gutes Deutsch“ (2005) heißt es noch, diese Fürwörter werden „immer kleingeschrieben, d. h. also auch dann, wenn eine Person oder Gruppe unmittelbar angesprochen wird, wie z. B. in Briefen, in feierlichen Aufrufen und Erlassen, in Wahlaufrufen, Grabinschriften, Widmungen auf Kranzschleifen, in Bemerkungen des Lehrers unter Klassenarbeiten, auf Fragebogen“. So weit so einfach. Doch dann kam die Reform der Reform und deshalb ist seit 2006 sowohl das eine wie das andere zulässig: In Briefen können diese Anredepronomen jetzt auch wieder großgeschrieben werden. Und nicht nur dort, sondern überhaupt in „allen Textformen, in denen der Autor selbst den Leser persönlich anredet“, also auch wieder in Lehrerkommentaren unter Texten von Schülern. Für die wörtliche Rede gilt das aber (seltsamerweise) nicht, hier wird immer kleingeschrieben. Auch in Werbeanzeigen ist Kleinschreibung korrekt, weil es sich dabei nicht um eine persönliche Anrede handelt.
Übrigens: Für diese wie für zahllose andere Probleme ist noch immer der gute alte „Rechtschreibduden“ zu empfehlen. Gleich daneben steht bei mir der ebenfalls viel genutzte Band 9 der Dudenreihe: „Richtiges und gutes Deutsch. Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“. |
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Werkstatt für Büchergeburten
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Mancher träumt noch vom eigenen Buch, für andere ist aus dem Traum bereits Wirklichkeit geworden. Doch wie ein Buch überhaupt entsteht, wie es gesetzt, gedruckt und gebunden wird, wissen meist weder die einen noch die anderen. Moderne Druckstraßen können zwar in kürzester Zeit Bestsellerauflagen produzieren, die Technik bleibt dabei im Innern riesiger Maschinen verborgen. Und das elektronische Buch der Zukunft kommt ganz ohne Papier und Druck aus. Dabei ist das Handwerk der Setzer und Drucker eine ungemein spannende und anschauliche Angelegenheit. Die Griffigkeit von Papier und Leinen, der Geruch der Druckerschwärze, das Klappern der Maschinen – alle Sinne werden angesprochen. Wer die komplexen Arbeitsschritte kennt, die nötig sind, um aus einem Manuskript ein „richtiges“, d. h. ein fadengeheftetes Buch zu machen, wird an Büchern fortan nicht nur den Inhalt, sondern auch die Ausstattung würdigen. Viele Möglichkeiten, all das direkt zu erleben, gibt es nicht mehr. Doch wer in Köln und Umgebung wohnt, kann in Weilerswist eine Druckerei für kleine, feine Auflagen besichtigen, die sich zugleich als „Museum für Druckgeschichte und Buchherstellung“ präsentiert. Der leidenschaftliche Büchermacher und Verleger Ralf Liebe lässt Interessierte an seiner Begeisterung für das traditionelle Druckhandwerk und seinem immensen Wissen teilhaben. Termine für Führungen vereinbaren Sie am besten telefonisch unter (02254) 3347. Informationen finden Sie auch unter: www.verlag-ralf-liebe.de (Foto: Tanja Schurkus, mit herzlichem Dank) |
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Neuerscheinungen
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Etwas verspätet erfuhr ich von Uli van Odijks sensibel erzähltem Debütroman: Luises Mann stirbt bei einem Autounfall. In die Trauer mischen sich Unsicherheit und Eifersucht: War Tosca, die Frau, die neben ihm saß und ebenfalls getötet wurde, seine Geliebte? Ihre Spurensuche führt Luise nach Kapstadt. Die Stadt und die Umgebung ziehen sie derart in den Bann, dass bereits nach wenigen Tagen der Anlass ihrer Reise zunehmend in den Hintergrund tritt. Luise lernt Menschen aus den verschiedensten Sozialschichten kennen, erlebt Freundschaft und Liebe, entdeckt verschüttete Gefühle, gewinnt Selbstbewusstsein und neuen Lebensmut. Und am Ende löst sie das Rätsel um Tosca. Uli van Odijk beweist großes Einfühlungsvermögen in ihre Figuren. Sie schildert Kapstadt in farbigen Bildern und Szenen und lässt die Leser ihre Begeisterung für Südafrika spüren, ohne die Schattenseiten zu verschweigen.
Uli van Odijk: 7 Flower Street. Kalliope Paperbacks, Heidelberg 2010, 212 S. 19,90 Euro
Empfehlen möchte ich ferner die Neuerscheinungen aus dem Jahr 2011:
Lutz Becker (Hrsg.): Texttourismus2 – Erste Schritte. Eine Benefiz-Anthologie für CARE
Lutz Becker (Hrsg.): Herr Akaido sammelt schöne Tage. Short Storys
Ernst W. Krüger: So liebe ich Sylt. Ein lyrischer Roman
Monika Sturm: Zinnoberrot. Kriminalroman (auch als E-Book erhältlich) |
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Hochprozentige Bargeschichten gesucht!
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Der Verlag Stories & Friends, auf dessen überzeugend gestaltete und clever vermarktete Bücher ich schon verschiedentlich hinwies, hat ein neues Anthologieprojekt ausgeschrieben: Gesucht werden Kurzgeschichten, die in einer Bar spielen, ein Bargetränk zum Thema haben oder von Begegnungen an der Bar handeln. Die Texte dürfen bis zu 20.000 Zeichen lang sein und müssen bis zum 29. Februar 2012 eingereicht werden. Alles Weitere erfahren Sie unter www.stories-and-friends.com. Ich wünsche hochprozentige Einfälle (hicks!). |
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